Bestände richtig versichern

Klimarisiken und ihre Folgen für die Gebäude­versicherung

Starkregen, Hitze und Stürme nehmen zu, und Versicherer bewerten Lagen neu. Für Wohnbestände heißt das: Elementarschutz wird wichtiger, Prämien steigen in gefährdeten Lagen, und bauliche Vorsorge wirkt sich zunehmend auf die Versicherbarkeit aus.

  • BewertungZÜRS-Gefährdungsklasse
  • TrendSteigende Schäden
  • HebelBauliche Vorsorge
  • Lesezeit3 Minuten

Wie sich das Risiko verschiebt

Schäden durch Naturgefahren treffen zunehmend Lagen, die früher als sicher galten.

Der Deutsche Wetterdienst beobachtet eine Zunahme von Starkniederschlägen, und die Versicherungswirtschaft sieht das in ihren Zahlen. Die Überschwemmungen im Juli 2021 in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren mit versicherten Schäden von über acht Milliarden Euro das teuerste Naturereignis in Deutschland seit Beginn der Statistik.

Starkregen kann überall auftreten. Das unterscheidet ihn vom Flusshochwasser, das an Gewässer gebunden ist. Auswertungen des GDV zeigen, dass Starkregenschäden in allen Regionen vorkommen, auch in Gebieten, die nach klassischer Einschätzung als sicher galten.

Gleichzeitig steigen die Kosten jedes einzelnen Schadens. Baupreise haben in den vergangenen Jahren deutlich angezogen. Ein Schaden, der vor zehn Jahren 50.000 Euro kostete, kostet heute deutlich mehr. Beides zusammen treibt den Schadenaufwand der Versicherer.

  • Starkregen unabhängig von Flussnähe
  • Häufigere und stärkere Stürme
  • Hitze und Trockenheit mit Folgen für Dächer und Fassaden
  • Steigende Wiederherstellungskosten durch Baupreise

Wie Versicherer reagieren

Die Bewertung wird feiner und strenger.

Versicherer reagieren mit feinerer Kalkulation. Prämien werden stärker nach Adresse und Gefährdungsklasse differenziert, Selbstbehalte für Elementarschäden steigen. In Lagen mit hoher Gefährdung wird Elementarschutz nur angeboten, wenn bauliche Vorsorge nachgewiesen ist.

Für Bestände mit Rahmenverträgen hat das eine Folge, die oft übersehen wird: Einzelne stark gefährdete Objekte belasten den Schadenverlauf des ganzen Vertrags. Nach einem Unwetterjahr fordern Versicherer dann Sanierung für alle Objekte.

  • Prämien und Selbstbehalte nach Gefährdungsklasse
  • Elementarschutz in Hochrisikolagen nur mit Auflagen
  • Sanierungsverlangen nach Häufungen von Unwetterschäden

Was im Bestand hilft

Vorsorge senkt Schäden und verbessert die Verhandlungsposition.

Der erste Schritt ist Transparenz. Für jedes Objekt sollte bekannt sein, in welcher ZÜRS-Zone und Starkregenklasse es liegt, ob Elementarschutz besteht und welche baulichen Schutzmaßnahmen vorhanden sind. Viele Kommunen veröffentlichen inzwischen Starkregengefahrenkarten.

Bauliche Vorsorge ist oft günstiger als gedacht: Rückstauklappen, erhöhte Lichtschächte, Schwellen an Kellereingängen und eine Regenwasserführung weg vom Gebäude. Diese Maßnahmen senken Schäden und sind ein Argument gegenüber dem Versicherer, wenn sie dokumentiert sind.

  • Gefährdung je Objekt kennen und dokumentieren
  • Rückstausicherungen, Lichtschächte und Abdichtungen prüfen
  • Elementarschutz im ganzen Bestand vereinheitlichen
  • Maßnahmen gegenüber dem Versicherer belegen

Klimarisiko in Transaktion und Finanzierung

Physische Klimarisiken werden zunehmend Teil von Bewertung und Berichterstattung.

Banken und Investoren fragen immer häufiger nach physischen Klimarisiken. Im Rahmen von Nachhaltigkeitsberichten und Kreditprüfungen wird bewertet, wie stark ein Objekt Hochwasser, Starkregen, Hitze oder Sturm ausgesetzt ist und ob es dagegen versichert ist.

Für Asset Manager bedeutet das: Die Versicherbarkeit eines Objekts ist ein Wertfaktor. Ein Gebäude, für das Elementarschutz nur mit hohem Selbstbehalt oder gar nicht zu bekommen ist, hat ein Risiko, das sich im Kaufpreis und in der Finanzierung niederschlagen kann.

Eine Übersicht mit ZÜRS-Zone, Starkregenklasse, Deckungsstand und baulichen Schutzmaßnahmen je Objekt beantwortet diese Fragen schnell.

  • Gefährdung und Deckungsstand je Objekt in einer Übersicht führen
  • Versicherbarkeit als Kriterium in Ankaufsprüfungen aufnehmen
  • Schutzmaßnahmen für Bank und Investor dokumentieren

Häufige Fragen

Was ist ZÜRS?

Das Zonierungssystem der Versicherer für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. Es ordnet Adressen Gefährdungsklassen zu, die Prämie und Versicherbarkeit beeinflussen.

Kommt eine Pflichtversicherung für Elementarschäden?

Sie wird politisch seit Jahren diskutiert. Unabhängig davon lohnt es, die Elementardeckung im eigenen Bestand heute zu prüfen.

Garantiert Field & Folio eine bestimmte Deckung oder Regulierung?

Nein. Deckung und Regulierung hängen immer vom konkreten Vertrag, den Bedingungen und dem Sachverhalt ab. Wir bereiten die Informationen auf, prüfen offene Punkte und begleiten die Klärung mit dem Versicherer.

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Quellen

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