Bestände richtig versichern

Rahmen­verträge und Sonder­konzepte für Wohn­bestände

Ein Rahmenvertrag fasst viele Objekte zu einheitlichen Bedingungen zusammen. Das bringt oft bessere Deckung und Konditionen, aber auch eine gemeinsame Schadenquote: Ein auffälliges Objekt kann den ganzen Vertrag belasten. Sonderkonzepte für Verwaltungen und Wohnungsunternehmen gehen über Standardtarife hinaus.

  • VorteilEin Standard
  • RisikoGemeinsame Quote
  • VoraussetzungSaubere Daten
  • Lesezeit3 Minuten

Was ein Rahmenvertrag leistet

Statt vieler Einzelverträge gilt ein Standard für alle Objekte.

Ein Rahmenvertrag legt Bedingungen, Bausteine, Selbstbehalte und Prämiensätze für einen ganzen Bestand fest. Neue Objekte werden über eine Anmeldung aufgenommen, ohne dass jedes Mal ein eigenes Angebot eingeholt werden muss. Verlässt ein Objekt den Bestand, wird es abgemeldet.

Für Hausverwaltungen gibt es zwei Formen. Beim Verwalterkonzept stellt die Verwaltung ihren Eigentümergemeinschaften einheitliche Bedingungen zur Verfügung, jede WEG bleibt aber Versicherungsnehmerin. Beim Portfoliovertrag eines Eigentümers ist ein Versicherungsnehmer für alle Objekte zuständig.

Der größte Vorteil liegt in der Einheitlichkeit. Jedes Objekt hat denselben Schutz, dieselben Klauseln und dieselbe Hauptfälligkeit. Das vereinfacht Verwaltung, Schadenmeldung und Reporting erheblich.

  • Einheitliche Bedingungen, Bausteine und Selbstbehalte
  • Neue Objekte können ohne eigene Anfrage aufgenommen werden
  • Bessere Konditionen durch Volumen
  • Ein Ansprechpartner und eine Hauptfälligkeit

Wo die Nachteile liegen

Die Bündelung wirkt in beide Richtungen.

Der Versicherer bewertet einen Rahmenvertrag über seine Gesamtschadenquote. Häufen sich in einzelnen Objekten Schäden, fordert er Sanierung für den ganzen Vertrag. Ein Haus mit maroden Leitungen kann so die Prämie für zwanzig gut gepflegte Häuser erhöhen.

Eine Kündigung trifft ebenfalls den ganzen Bestand. Dann müssen alle Objekte gleichzeitig neu platziert werden, oft unter Zeitdruck und mit einem belasteten Schadenverlauf. Bei Einzelverträgen bleibt ein solches Problem auf ein Objekt beschränkt.

Die Entscheidung für oder gegen einen Rahmenvertrag hängt damit von der Struktur des Bestands ab. Sehr unterschiedliche Objekte, etwa Neubauten neben unsanierten Altbauten, passen schlecht in einen gemeinsamen Vertrag.

  • Eine Schadenquote für alle Objekte
  • Sanierung oder Kündigung trifft den ganzen Bestand
  • Wechsel einzelner Objekte ist aufwendig
  • Heterogene Bestände passen schlecht in einen Standard

Sonder­konzepte

Für Verwaltungen und Wohnungsunternehmen gibt es Konzepte mit erweiterten Bedingungen, die im Einzeltarif nicht zu bekommen sind.

Sonderkonzepte sind Bedingungswerke, die Makler mit Versicherern für bestimmte Zielgruppen verhandeln. Sie enthalten Leistungen, die im Standardtarif fehlen oder nur gegen Zuschlag zu haben sind: höhere Grenzen für Ableitungsrohre, Fugenschäden, Regiekosten der Verwaltung, längere Mietausfallzeiten oder vereinfachte Regulierung von Kleinschäden.

Die Qualität eines Konzepts zeigt sich im Kleingedruckten. Grenzen, Selbstbehalte und Ausschlüsse unterscheiden sich stark. Wer ein Konzept vergleicht, sollte es gegen dieselben Punkte prüfen wie jedes andere Angebot.

  • Erweiterte Leitungswasser- und Elementardeckung
  • Regelungen zu Regiekosten und Mietausfall
  • Vereinfachte Schadenabwicklung
  • Voraussetzung sind vollständige und aktuelle Objektdaten

Die Entscheidung vorbereiten

Ob ein Rahmenvertrag passt, lässt sich an wenigen Fragen festmachen.

Wie ähnlich sind die Objekte in Baujahr, Bauart und Zustand? Wie verteilt sich der Schadenverlauf, gibt es einzelne Objekte, die den Durchschnitt stark prägen? Wie oft kommen Objekte hinzu oder fallen weg? Und wie wichtig ist ein einheitlicher Standard für Verwaltung und Berichterstattung?

Bei einem homogenen Bestand mit gleichmäßigem Verlauf spricht viel für einen Rahmenvertrag. Bei einem heterogenen Bestand kann es sinnvoll sein, die schwierigen Objekte getrennt zu versichern, um den Rest nicht zu belasten.

  • Homogenität des Bestands bewerten
  • Verteilung des Schadenverlaufs je Objekt prüfen
  • Schwierige Objekte gegebenenfalls getrennt platzieren

Häufige Fragen

Ab wie vielen Objekten lohnt ein Rahmenvertrag?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Entscheidend sind Volumen, Schadenverlauf und wie ähnlich die Objekte sind.

Was passiert, wenn der Rahmenvertrag gekündigt wird?

Dann steht der ganze Bestand gleichzeitig zur Neuplatzierung. Deshalb sollten Schadenquoten im Rahmenvertrag besonders eng verfolgt werden.

Lassen sich Objekte wieder herauslösen?

Das regelt der Vertrag. Häufig ist es zu bestimmten Terminen möglich, etwa bei Verkauf oder Verwalterwechsel.

Garantiert Field & Folio eine bestimmte Deckung oder Regulierung?

Nein. Deckung und Regulierung hängen immer vom konkreten Vertrag, den Bedingungen und dem Sachverhalt ab. Wir bereiten die Informationen auf, prüfen offene Punkte und begleiten die Klärung mit dem Versicherer.

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Quellen

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