Schneedruck und Schmelzwasser am Wohngebäude
Schneedruck, Dachlawinen und eindringendes Schmelzwasser sind keine Sturmschäden. Schneedruck und Lawinen gehören zu den Elementargefahren und sind nur mit diesem Baustein versichert. Schmelzwasser, das durch ein undichtes Dach läuft, ist oft gar nicht gedeckt.
- SchneedruckElementar
- SchmelzwasserOft nicht gedeckt
- PflichtRäumen und sichern
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Welche Schäden Schnee verursacht
Die Schäden entstehen selten beim Schneefall selbst, sondern durch Last und Tauwetter.
Die VGB 2022 definieren Schneedruck als die Wirkung des Gewichts von Schnee- oder Eismassen. Als Schneedruck gilt auch das Abrutschen von Schnee- oder Eismassen von Dächern. Die Belastung hängt stark vom Zustand des Schnees ab. Nasser Schnee oder Schnee, der nach Regen gefriert, wiegt ein Vielfaches von frischem Pulverschnee.
Die Norm für Schneelasten, DIN EN 1991-1-3 mit ihrem nationalen Anhang, teilt Deutschland in Schneelastzonen ein. In höheren Lagen und im Süden sind die Anforderungen deutlich höher als im Norddeutschen Tiefland. Ältere Dächer und Flachdächer mit Aufbauten sind besonders empfindlich, weil sich dort Schnee verweht und sammelt.
Schmelzwasser wird zum Problem, wenn es nicht abfließen kann. Vereiste Rinnen und Fallrohre stauen das Wasser auf dem Dach. Es läuft unter die Ziegel oder durch Anschlüsse ins Gebäude. Die Schäden zeigen sich oft erst Wochen später.
- Durchbiegung oder Einsturz von Dachkonstruktionen
- Abgerissene Dachrinnen und Schneefanggitter
- Schmelzwasser, das sich staut und durch das Dach dringt
- Dachlawinen, die Fassaden, Vordächer oder Fahrzeuge treffen
Wie die Deckung verteilt ist
Drei Verträge können beteiligt sein.
Schneedruck ist nach den Musterbedingungen eine Elementargefahr. Ohne Elementarbaustein ist ein eingedrücktes Dach nicht versichert, auch wenn der Schaden während eines Sturms entsteht. Das überrascht viele Eigentümer, weil sie Schnee mit Wetter und damit mit Sturm verbinden.
Schmelzwasser, das durch ein intaktes, aber überlastetes Dach dringt, ist ebenfalls kein Leitungswasser und kein Sturm. Es ist ein Witterungsniederschlag, der nach den Leitungswasserbedingungen ausdrücklich ausgeschlossen ist. Wurde das Dach vorher durch Sturm beschädigt, kann der Folgeschaden dagegen über die Sturmdeckung laufen.
Wird ein Passant von einer Dachlawine getroffen oder ein parkendes Auto beschädigt, haftet der Eigentümer, wenn er seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat. Das deckt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, nicht die Gebäudeversicherung.
- Schneedruck und Lawinen: Elementarbaustein der Gebäudeversicherung
- Schmelzwasser durch undichte Stellen: meist nicht gedeckt
- Schäden an Dritten durch herabfallenden Schnee: Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht
- Selbstbehalt des Elementarbausteins beachten
Was der Eigentümer tun muss
Verkehrssicherung und Wartung sind Voraussetzung, dass Versicherer leisten.
Die Rechtsprechung verlangt keine Schneefanggitter an jedem Dach. Wo Dachlawinen wegen Dachneigung, Lage zum Gehweg oder örtlicher Bauvorschriften eine erkennbare Gefahr darstellen, müssen aber Schutzmaßnahmen getroffen werden. Das können Gitter, Warnschilder oder Absperrungen sein.
Bei außergewöhnlichen Schneelasten sollte ein Fachbetrieb prüfen, ob das Dach geräumt werden muss. Das Räumen selbst ist gefährlich und gehört nicht in die Hände von Hausmeistern ohne Absturzsicherung. Datum, Maßnahme und ausführende Firma gehören in die Objektakte.
- Dächer bei großer Schneelast räumen lassen
- Schneefanggitter und Dachrinnen warten
- Warnhinweise anbringen, wo Dachlawinen drohen
- Maßnahmen dokumentieren
Nach dem Winter prüfen
Viele Schneeschäden werden erst im Frühjahr sichtbar.
Wasserflecken an Decken im obersten Geschoss, verformte Rinnen oder gelöste Ziegel zeigen sich oft erst, wenn der Schnee weg ist. Eine Dachbegehung im Frühjahr findet diese Schäden, bevor der nächste Regen sie vergrößert.
Für die Versicherung ist wichtig, den Zeitpunkt möglichst genau einzugrenzen. Wetterdaten zu Schneehöhen und Tauwetter helfen, den Schaden einem Ereignis zuzuordnen. Ohne diese Zuordnung wird es schwierig, zwischen versichertem Schneedruck und nicht versichertem Verschleiß zu unterscheiden.
- Dachbegehung nach dem Winter einplanen
- Schäden mit Fotos und Datum festhalten
- Wetterdaten zur Zuordnung sichern
Häufige Fragen
Wer haftet, wenn Schnee vom Dach auf ein Auto fällt?
Das ist eine Frage der Verkehrssicherungspflicht und damit der Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, nicht der Gebäudeversicherung.
Garantiert Field & Folio eine bestimmte Deckung oder Regulierung?
Nein. Deckung und Regulierung hängen immer vom konkreten Vertrag, den Bedingungen und dem Sachverhalt ab. Wir bereiten die Informationen auf, prüfen offene Punkte und begleiten die Klärung mit dem Versicherer.
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Quellen
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