Kosten steuern

Dichtheits­prüfung und Versicherung

Leitungswasser ist die häufigste Schadenart in Wohngebäuden. Dichtheitsprüfungen von Trink- und Abwasserleitungen finden Schwachstellen, bevor sie Schäden verursachen. Versicherer verlangen sie teils als Auflage im Sanierungsfall, und ihre Ergebnisse helfen in jeder Verhandlung über den Schadenverlauf.

  • TrinkwasserDruckprüfung
  • AbwasserKamerabefahrung
  • AnlassSchadenhäufung
  • Lesezeit3 Minuten

Welche Prüfungen es gibt

Trink- und Abwasser werden unterschiedlich geprüft.

Trinkwasserleitungen werden mit Druckprüfungen auf Dichtheit getestet. Das ist bei Neuinstallationen Standard und kann in Bestandsgebäuden abschnittsweise wiederholt werden. Ergänzend zeigen Materialproben und Endoskopie, wie stark Rohre innen korrodiert sind.

Abwasserleitungen werden mit Kamerabefahrung und Dichtheitsprüfung untersucht. Eine Kamera zeigt Risse, Wurzeleinwuchs, Versätze und Ablagerungen. Mehrere Bundesländer und Kommunen schreiben für private Grundleitungen in bestimmten Gebieten Prüfungen vor, etwa in Wasserschutzgebieten. Die Regeln sind uneinheitlich und haben sich über die Jahre mehrfach geändert.

Leckageortung kommt zum Einsatz, wenn ein Schaden vermutet wird. Mit Feuchtemessung, Thermografie oder Tracergas lässt sich die Stelle finden, ohne großflächig Wände zu öffnen. Die Kosten dafür sind in vielen Verträgen als Suchkosten mitversichert.

  • Druckprüfung der Trinkwasserleitungen
  • Kamerabefahrung und Dichtheitsprüfung der Abwasserleitungen
  • Leckageortung bei Verdacht
  • Zustandsbewertung als Grundlage für eine Sanierung

Wann Versicherer sie verlangen

Nach Häufungen von Leitungswasserschäden wird die Prüfung oft zur Bedingung.

Häufen sich Leitungswasserschäden, verlangt der Versicherer eine Aussage über den Zustand des Rohrnetzes. Ein Sanierungsverlangen enthält dann oft die Auflage, das Netz innerhalb einer Frist prüfen und Mängel beheben zu lassen.

Bis dahin kann ein erhöhter Selbstbehalt für Leitungswasser gelten. Wird die Auflage nicht erfüllt, droht die Kündigung oder ein Ausschluss der Gefahr Leitungswasser. Für ein Mehrfamilienhaus wäre das kaum tragbar.

  • Sanierungsverlangen mit Auflagen und Frist
  • Fortführung nur bei nachgewiesener Behebung
  • Erhöhter Selbstbehalt bis zur Sanierung

Wie die Ergebnisse helfen

Eine dokumentierte Prüfung ist ein Argument.

Eine Prüfung liefert ein Zustandsbild. Damit lässt sich gezielt sanieren, wo es nötig ist, statt ein ganzes Netz auszutauschen. Das spart Kosten und ist gegenüber Eigentümern gut begründbar.

Gegenüber dem Versicherer ist der Bericht ein Nachweis. Er zeigt, dass der Eigentümer seine Obliegenheit zur Instandhaltung ernst nimmt, und kann die Grundlage für eine Rücknahme von Zuschlägen oder Selbstbehalten sein.

  • Belegt, dass Ursachen behoben sind
  • Grundlage für gezielte statt flächiger Sanierung
  • Stützt die Verhandlung über Zuschläge und Selbstbehalte

Prüfung, Sanierung und Versicherung zusammen planen

Eine Dichtheitsprüfung wirkt am stärksten, wenn sie in einen Plan eingebettet ist.

Viele Prüfungen enden als Bericht im Ordner. Für die Versicherung zählt, was danach passiert. Sinnvoll ist eine Reihenfolge: erst Schadenhistorie auswerten und die auffälligen Stränge bestimmen, dann gezielt prüfen, dann nach Dringlichkeit sanieren.

Der Versicherer sollte diesen Plan kennen. Ein Sanierungsverlangen mit Frist lässt sich oft verlängern, wenn ein nachvollziehbarer Zeitplan vorliegt. Umgekehrt wirkt eine Prüfung ohne Folgemaßnahmen eher wie ein Beleg dafür, dass die Mängel bekannt waren.

Bei Genossenschaften und größeren Beständen lohnt sich ein Rahmenvertrag mit einem Prüfbetrieb, der die Ergebnisse in einheitlicher Form liefert. Dann lassen sich Objekte vergleichen und Budgets über mehrere Jahre planen.

  • Auffällige Stränge aus der Schadenhistorie ableiten
  • Prüfung, Sanierung und Frist des Versicherers in einem Zeitplan führen
  • Ergebnisse in einheitlicher Form je Objekt ablegen

Häufige Fragen

Ist eine Dichtheitsprüfung Pflicht?

Für private Abwasserleitungen gibt es in einigen Bundesländern Vorgaben. Unabhängig davon kann der Versicherer sie im Rahmen eines Sanierungsverlangens fordern.

Lohnt sich die Prüfung ohne Anlass?

Bei älteren Leitungen und Objekten mit wiederholten Wasserschäden meist ja. Ein einziger vermiedener Großschaden übersteigt die Kosten deutlich.

Garantiert Field & Folio eine bestimmte Deckung oder Regulierung?

Nein. Deckung und Regulierung hängen immer vom konkreten Vertrag, den Bedingungen und dem Sachverhalt ab. Wir bereiten die Informationen auf, prüfen offene Punkte und begleiten die Klärung mit dem Versicherer.

Weiterlesen

Quellen

Ihr Bestand

Wie sieht das in Ihrem Bestand aus? Wir sehen es uns an.

Gespräch vereinbaren