Kosten steuern

Benchmarking von Prämien vergleichbarer Objekte

Beim Prämien-Benchmarking wird die Prämie eines Objekts mit vergleichbaren Objekten verglichen, typischerweise je Quadratmeter Wohnfläche oder je Einheit. Aussagekräftig wird es erst, wenn Baujahr, Bauart, Lage, Gewerbeanteil, Selbstbehalt und Schadenverlauf berücksichtigt sind.

  • KennzahlPrämie je m²
  • VergleichNach Merkmalen
  • NutzenVerhandlung
  • Lesezeit3 Minuten

Welche Kennzahlen zählen

Die Prämie allein sagt wenig. Erst bezogen auf eine Größe wird sie vergleichbar.

Die Prämie je Quadratmeter Wohnfläche ist die gebräuchlichste Kennzahl, weil die Wohnfläche meist bekannt ist und sich gut vergleichen lässt. Sie wird häufig auch in Betriebskostenspiegeln verwendet, etwa vom Deutschen Mieterbund, dort allerdings für alle Sachversicherungen zusammen.

Die Prämie je 1.000 Euro Versicherungssumme ist genauer, weil sie den Gebäudewert berücksichtigt. Ein Altbau mit Stuck und hohen Decken kostet in der Wiederherstellung mehr als ein Plattenbau mit derselben Wohnfläche. Sie setzt aber voraus, dass die Versicherungssummen stimmen.

Die Schadenquote über mehrere Jahre erklärt, warum ein Objekt teurer ist als vergleichbare. Ohne sie bleibt der Benchmark eine Beschreibung.

  • Prämie je Quadratmeter Wohnfläche
  • Prämie je Wohneinheit
  • Prämie je 1.000 Euro Versicherungssumme
  • Schadenquote über mehrere Jahre

Welche Merkmale vergleichbar machen

Objekte sind nur vergleichbar, wenn ihre Risiken ähnlich sind.

Ein fairer Vergleich braucht ähnliche Objekte. Baujahr und Zustand der Leitungen bestimmen das Leitungswasserrisiko. Lage und ZÜRS-Zone bestimmen das Elementarrisiko. Gewerbeanteile, besonders Gastronomie, erhöhen das Brandrisiko. Ein Selbstbehalt von 5.000 Euro senkt die Prämie gegenüber 500 Euro deutlich.

Auch der Umfang des Schutzes muss vergleichbar sein. Ein Objekt mit Elementarbaustein und erweiterten Klauseln hat eine höhere Prämie als eines mit Grundschutz. Verglichen werden dann zwei verschiedene Verträge.

  • Baujahr, Bauart und Zustand der Leitungen
  • Lage und Gefährdungsklasse für Naturgefahren
  • Anteil und Art gewerblicher Nutzung
  • Selbstbehalt und vereinbarte Bausteine

Wie man Benchmarks nutzt

Ein Benchmark ist ein Argument, keine Garantie.

Im eigenen Bestand zeigt ein Benchmark, welche Objekte auffallen. Liegt ein Haus deutlich über vergleichbaren Häusern, gibt es einen Grund: einen schlechten Verlauf, eine zu hohe Summe, einen ungünstigen Tarif. Diesen Grund zu kennen, ist der erste Schritt zur Änderung.

Gegenüber dem Versicherer ist ein Benchmark ein sachliches Argument. Er ersetzt aber kein Vergleichsangebot. Versicherer kalkulieren nach ihrem eigenen Bestand, und der Markt entscheidet am Ende über den Preis.

  • Ausreißer im eigenen Bestand erkennen
  • Erhöhungen des Versicherers einordnen
  • Zielwerte für die nächste Marktanfrage setzen

Grenzen eines Benchmarks

Ein Vergleich ist nur so gut wie die Daten, auf denen er beruht.

Öffentlich verfügbare Vergleichswerte sind grob. Der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds weist Sach- und Haftpflichtversicherung zusammen aus, ohne Unterschied nach Baujahr oder Lage. Für eine Verhandlung reicht das nicht.

Belastbarer sind Vergleiche innerhalb eines größeren Bestands oder über viele Bestände, deren Verträge in derselben Struktur erfasst sind. Dann lassen sich Objekte mit gleichem Baujahrzehnt, ähnlicher Größe und gleicher Gefährdungsklasse nebeneinanderlegen.

Wichtig ist, Netto- und Bruttoprämien nicht zu mischen und unterjährige Zahlweisen umzurechnen. Ein Ratenzuschlag kann eine Prämie auf den ersten Blick teurer erscheinen lassen, als sie ist.

  • Nur Nettoprämien auf Jahresbasis vergleichen
  • Vergleichsgruppen nach Baujahr, Größe und Lage bilden
  • Selbstbehalt und Bausteine in die Bewertung einbeziehen

Häufige Fragen

Woher kommen die Vergleichswerte?

Aus geprüften Beständen mit ähnlichen Merkmalen. Je größer und vielfältiger die Datenbasis, desto belastbarer der Vergleich.

Ist eine niedrige Prämie je m² immer gut?

Nicht unbedingt. Eine niedrige Prämie kann auf fehlende Bausteine oder eine zu niedrige Summe hinweisen. Benchmark und Deckungsprüfung gehören zusammen.

Garantiert Field & Folio eine bestimmte Deckung oder Regulierung?

Nein. Deckung und Regulierung hängen immer vom konkreten Vertrag, den Bedingungen und dem Sachverhalt ab. Wir bereiten die Informationen auf, prüfen offene Punkte und begleiten die Klärung mit dem Versicherer.

Weiterlesen

Quellen

Ihr Bestand

Wie sieht das in Ihrem Bestand aus? Wir sehen es uns an.

Gespräch vereinbaren