Kosten steuern

Angebotsvergleich in der Gebäude­versicherung

Ein Angebotsvergleich in der Gebäudeversicherung vergleicht Schutz, nicht Preise. Zwei Angebote mit gleicher Prämie können sich in Summenermittlung, Selbstbehalt, Bausteinen und Klauseln so unterscheiden, dass im Schadenfall sechsstellige Beträge dazwischen liegen.

  • MaßstabGleicher Schutz
  • FalleUnterschiedliche Summen
  • GrundlageEin Datenstand
  • Lesezeit3 Minuten

Was verglichen werden muss

Die Prämie ist die letzte Zeile, nicht die erste.

Zwei Gebäudeversicherungen mit gleicher Prämie können sehr verschiedene Verträge sein. Einer versichert Ableitungsrohre auf dem Grundstück, der andere nicht. Einer verzichtet auf die Kürzung bei grober Fahrlässigkeit, der andere nur bis 10.000 Euro. Einer zahlt Mietausfall für 24 Monate, der andere für 12.

Im Angebot sind diese Unterschiede kaum zu sehen. Sie stehen in den Bedingungen und Klauseln dahinter. Ein belastbarer Vergleich legt sie Punkt für Punkt nebeneinander: Summenermittlung und Unterversicherungsverzicht, versicherte Gefahren und Bausteine, Entschädigungsgrenzen, Selbstbehalte, Obliegenheiten, Laufzeit.

Die Prämie kommt zum Schluss. Erst wenn klar ist, welcher Schutz für welchen Preis angeboten wird, lässt sich entscheiden.

  • Summenermittlung und Unterversicherungsverzicht
  • Versicherte Gefahren und Bausteine
  • Selbstbehalte je Schaden und je Gefahr
  • Klauseln zu grober Fahrlässigkeit, Ableitungsrohren, Mietausfall
  • Laufzeit und Kündigungsrechte des Versicherers

Woran Vergleiche scheitern

Angebote werden oft auf unterschiedlichen Annahmen erstellt.

Häufig bekommen Versicherer unterschiedliche Informationen. Der eine erhält die Wohnfläche aus dem Exposé, der andere aus der Teilungserklärung. Der eine kennt die Schadenhistorie, der andere nicht. Die Angebote beruhen dann auf verschiedenen Annahmen und sind nicht vergleichbar.

Ein weiteres Problem sind Besondere Vereinbarungen. Sie stehen oft nur im Versicherungsschein und schränken die Bedingungen ein, etwa durch einen Ausschluss für ein bestimmtes Risiko. Im Angebot tauchen sie manchmal nicht auf.

  • Abweichende Objektangaben in den Anfragen
  • Unterschiedliche Bedingungswerke
  • Nicht genannte Ausschlüsse in Besonderen Vereinbarungen

Wie ein belastbarer Vergleich entsteht

Alle Versicherer müssen dieselben Daten bekommen.

Die Grundlage ist eine einheitliche Anfrage. Alle Versicherer erhalten dieselben Objektdaten, dieselbe Schadenhistorie und dieselbe Beschreibung des gewünschten Schutzes. Abweichungen im Angebot sind dann echte Unterschiede.

Für eine WEG gehört der Vergleich in die Beschlussvorlage. Die Eigentümer sollten sehen, welche Angebote eingeholt wurden, worin sie sich unterscheiden und warum eines empfohlen wird. Das schützt auch die Verwaltung, wenn später Fragen kommen.

  • Eine Anfrage mit vollständigen Objektdaten und Schadenverlauf
  • Gegenüberstellung Punkt für Punkt, getrennt nach Schutz und Preis
  • Empfehlung mit Begründung, die dem Beirat vorgelegt werden kann

Eine Vergleichstabelle, die trägt

Die Gegenüberstellung sollte so aufgebaut sein, dass Dritte sie nachvollziehen können.

Eine gute Vergleichstabelle hat für jedes Angebot dieselben Zeilen. Oben stehen Summenermittlung, Unterversicherungsverzicht und Bedingungswerk. Darunter folgen die versicherten Gefahren mit ihren Grenzen, dann Selbstbehalte, Obliegenheiten und Besonderheiten. Die Prämie steht am Ende, netto und brutto.

Wo ein Angebot schlechter ist, sollte das benannt werden. Eine Zeile, in der ein Versicherer Ableitungsrohre nur bis 5.000 Euro einschließt und ein anderer bis 25.000 Euro, ist für Eigentümer aussagekräftiger als jede Zusammenfassung.

Wer mehrere Objekte gleichzeitig ausschreibt, sollte zusätzlich prüfen, ob ein Versicherer einzelne Objekte ausschließt oder mit Auflagen versieht. Solche Einschränkungen stehen oft in einer Fußnote.

  • Gleiche Zeilen für jedes Angebot
  • Unterschiede konkret mit Beträgen benennen
  • Ausschlüsse einzelner Objekte gesondert ausweisen

Häufige Fragen

Warum sind Online-Vergleiche für Wohnbestände wenig hilfreich?

Sie vergleichen Standardtarife mit Standardangaben. Wohnbestände haben Gewerbeanteile, Vorschäden und Sonderrisiken, die dort nicht abgebildet werden.

Was ist bei der Summenermittlung zu beachten?

Ob nach Wert 1914 oder nach Wohnfläche versichert wird und ob ein Unterversicherungsverzicht gilt. Davon hängt ab, ob im Totalschaden voll gezahlt wird.

Garantiert Field & Folio eine bestimmte Deckung oder Regulierung?

Nein. Deckung und Regulierung hängen immer vom konkreten Vertrag, den Bedingungen und dem Sachverhalt ab. Wir bereiten die Informationen auf, prüfen offene Punkte und begleiten die Klärung mit dem Versicherer.

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Quellen

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